Krebse im Gartenteich
Der Gartenteich wird nicht als Bade oder Schwimmteich genutzt und nun sollten doch etwas extravagantes dieses Juwel im Garten bevölkern. Krebse, da werden meine Freunde, Bekannten und Nachbarn aber staunen wenn in unserem Teich sich diese Tiere beobachten lassen. Ist das eine gute Idee und ist mir bewusst was das für Folgen haben kann?
Krebse sind weitgehend nachtaktive Räuber und sie graben Höhlen in das Ufer wo sie sich tagsüber aufhalten.
Es sollten nur einheimische Krebse wie der Fluss- oder Edelkrebs (Astacus astacus), Bach- oder Steinkrebs (Austropotamobius torrentium) und der Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes) ausgesetzt werden. Diese Krebse sollten nur aus Zuchtanstalten kommen und nicht aus dem Speisekrebs- oder Aquariumhandel. In den letzten 150 Jahren breitete sich ein Schlauchpilz (Aphanomyces astaci) in ganz Europa rasant aus. Dieser Pilz, die sogenannte Krebspest vernichtete fast alle Bestände der Edelkrebse. Der aus Nordamerika stammende Kamberkrebs ist falls er infiziert ist der resistente Träger der Krebspest. Der Schlauchpilz befindet sich nicht nur in den infizierten Tieren, sondern seine Sporen befinden sich auch im Wasser, an Schnecken, Muscheln, Fischen und Pflanzen.
Hier schadet jeder Gartenteich-Besitzer unserer Natur, wenn kein gesundes Besatzmaterial eingesetzt wird.
Man sollte nur Jungkrebse besetzen und der Teich muss auch die geeignete Größe aufweisen. Alles was unter 200 m² Wasserfläche unterschreitet ist sowieso für Krebse ungeeingnet. Krebse sind nicht wie Fische an das Gewässer gebunden, sie klettern aus dem Teich, können tagelang atmosphärische Luft atmen und gelangen so in ein anderes Gewässer. Krebse können enorme Strecken bewältigen wenn sie nicht austrocknen. Daher sind sie bevorzugt bei Regen, Tau oder Nachts unterwegs und können so die Krebspest rasant verbreiten.
Edelkrebse können eine Gesamtlänge von etwa 16 – 18 cm erreichen und werden mit zirka drei Jahren geschlechtsreif. Zwischen Ende Oktober und Ende November findet die Paarung statt. Die Krebslarven schlüpfen Anfang Juni bis Mitte Juli.
Krebse sind Allesfresser und machen sich über alles Lebendige im Teich her. Wenn die natürlichen Fressfeinde wie zum Beispiel der Aal fehlen werden sie sich ungehindert vermehren und den Teich verwüsten.
Flusskrebse haben ihre eigene Problematik und sollten nur nach sehr genauer, intensiver Information, am besten nach einer Beratung durch einen Fachmann vor Ort in den eigenen Gartenteich oder Naturteich eingesetzt werden.






